Falls du dich schon immer gefragt hast “Was sind ätherische Öle eigentlich? Welche Vorteile hab ich, wenn ich sie anwende? Was kann ich mit diesen duftenden Essenzen alles machen?”, hier kommt ein leicht verständlicher und hoffentlich nicht zu trockener Einblick in die große Welt der Aromatherapie.

Diese Basics-Serie ist in 3 Teile gegliedert:
1. ätherische Öle und Aromatherapie – was ist das genau?
2. wie und warum wirken ätherische Öle auf uns?
3. wie und wofür kann ich ätherische Öle anwenden?

Hier kommt Teil 1 – ätherische Öle und Aromatherapie – was ist das genau?:

Ätherische Öle sind Stoffwechselprodukte von Pflanzen. Diese schützen die Pflanze vor Schädlingen und ziehen gleichzeitig Nützlinge an. Erstere Eigenschaft können wir uns zunutze machen, um z.B. für uns schädliche Bakterien und Viren abzuwehren. Die zweite, um z.B. potentielle Partner auf uns aufmerksam zu machen und anzuziehen 😉
Vielleicht kennst du diese eine bekannte Männer-Deo Werbung in der wir Frauen von diesem Duft angezogen werden. So ähnlich ist es mit den ätherischen Essenzen, nur eben auf natürliche Weise und vielleicht nicht ganz so übertrieben 😂

Die Gewinnung erfolgt aus den verschiedensten Pflanzenteilen, wie z.B. Blüte, Schale, Blätter, Rinde, Holz, Harz, Wurzel, Nadel. Die gängigsten Gewinnungsmethoden sind Wasserdampfdestillation (z.B. Rose), Pressung (z.B. Zitrone) und Extraktion (z.B: Vanille).
Ätherische Öle verflüchtigen sich nach einiger Zeit, meistens, ohne Rückstände zu hinterlassen. Deshalb ist es ratsam das Fläschchen immer gleich wieder zu verschließen.
Wenn man sie ins Wasser gibt, kann man beobachten, dass sie auf der Oberfläche schwimmen. Das bedeutet nicht, dass sie fettig sind! Ätherische Öle sind nicht fettig, jedoch fettlöslich.

Aufgrund ihrer hohen Konzentration dürfen sie nicht zu hoch dosiert werden. Immerhin hat 1 Tropfen Pfefferminzöl ungefähr die gleiche Menge an Inhaltsstoffen wie 60 Tassen Pfefferminztee!

Die Aromatherapie ist demnach die gezielte und kontrollierte Anwendung von ätherischen Ölen zur Erhaltung oder Verbesserung der Gesundheit. Sie ersetzt aber niemals einen Arztbesuch!

Wegen der unterschiedlichen Witterungseinflüsse, geografischen Lagen und anderen Umweltbedingungen haben die Pflanzen einen unterschiedlichen Stoffwechsel. So unterscheidet sich z.B. die chemische Zusammensetzung von Lavendel, der auf über 800m Meereshöhe wächst, zu jenem, der viel tiefer gedeiht. Das hat wiederum Einfluss auf die Wirkstoffzusammensetzung.

Eine weitere wichtige Unterscheidung ist der sogenannte Chemotyp.
OK – ich gebe es zu: dieses Thema hat mich früher nie interessiert 😂 dabei ist es sooo wichtig für die Anwendung!
Bestimmt kennst du diese Eukalyptus Balsame aus der Apotheke, die man bevorzugt während einer Erkältung verwendet. Wusstest du, dass Eukalyptus nicht gleich Eukalyptus ist?
Ich dachte früher, dass das alles gleich ist! Falsch gedacht… denn vom Eukalyptus gibt es verschiedene Varianten. Und es gibt sogar einen, der zitronig riecht – verrückt, oder? Diese unterscheidet man am sogenannten Chemotyp, abgekürzt Ct.
Bei Thymian gibt es ebenfalls verschiedene Chemotypen: während der eine kindermild und super hautverträglich ist, kann der andere – leider der, den man meistens bekommt, wenn man nicht nachfragt – schnell hautreizend sein.

Reine ätherische Öle sind so komplex, dass sie nicht künstlich / im Labor nachgebaut und hergestellt werden können. Insofern können herkömmliche Deos und Parfüms zwar gut riechen aber nichts gesundheitsförderndes bewirken.

Jetzt, wo du schon einige Grundlagen kennst, fragst du dich vielleicht “Woran erkenne ich ein echtes ätherisches Öl?”. Folgende Kriterien zeichnen ein echtes ätherisches Öl aus – das muss auf dem Fläschchen stehen:

1. 100% naturreines ätherisches Öl
2. Name auch in Latein (z.B. Lavendel – Lavandula angustifolia)
3. Herkunftsland
4. Art der Gewinnung (Pressung/Destillation/usw.)
5. Chargennummer
6. Ablaufdatum

Ja, auch ätherische Öle können ablaufen! Die Natur ist für mich zwar ein Wunder, aber auch hier blüht nichts ewig 🌸
Ganz wichtig hierbei ist mir, Teebaumöl zu nennen. Dieses ist nämlich vom Abfülldatum an “nur” rund 6 Monate haltbar. Danach sollte es weder auf der Haut noch im Aromavernebler oder in der Duftlampe verwendet werden. Aber keine Sorge, du musst es nicht wegwerfen! In Teil 3 zeige ich dir einige Möglichkeiten, was du mit diesen Ölen noch alles machen kannst.

Ätherische Öle dürfen nicht pur auf die Haut aufgetragen werden. 2 Ausnahmen gibt es jedoch: Lavendel & Teebaum. Am besten verdünnt man sie mit einem Trägeröl oder emulgiert sie in Salz, Honig, Schlagobers, usw.
Je höher die Dosis, desto mehr beeinflussen sie physische Vorgänge. Desto niedriger die Dosis, desto eher beeinflussen sie unsere Psyche.

Ätherische Öle können aber auch kontraindiziert sein. Nicht jede Essenz ist in jeder Lebenslage und für alle Altersklassen geeignet. Ganz besondere Vorsicht ist bei Schwangeren und Kindern geboten, sowie bei Blutdruckerhöhung, Epilepsie und UV-Bestrahlung (die Lichtdurchlässigkeit der Haut wird erhöht und es kann zu Brandverletzungen kommen).

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Empfehlung einer innerlichen Einnahme ist in Österreich ausschließlich Ärzten vorbehalten ist!

Ätherische Öle sind nicht einfach “nur” super riechende Düfte, sie können so vieles mehr als das ❤️

Ich hoffe, dass dir dieser Artikel gefallen hat! In Teil 2 beschäftigen wir uns damit, wie und warum ätherische Öle auf uns wirken.

Alles Liebe, Iwona